Ich hatte Feuchtigkeit angekündigt. Und gerade hier ist die Beweislage besonders stark.
Die Weltgesundheitsorganisation hat Feuchtigkeit und Schimmel eigene Leitlinien gewidmet. Die Schlussfolgerungen sind eindeutig: Das Leben in feuchten Räumen ist mit Erkrankungen der Atemwege, Asthma und Allergien verbunden — und das gilt auch für Schimmel, den man nicht sieht, verborgen hinter Möbeln und unter Fensterbänken. Es geht nicht um die Ästhetik einer Wand. Es geht um das, was wir während acht Stunden Schlaf einatmen.
Woher kommt sie? Aus dem Leben. Kochen, Wäsche im Zimmer trocknen, Duschen, Atmen — eine vierköpfige Familie gibt täglich mehrere Liter Wasser an die Luft ab. Dieses Wasser muss irgendwohin entweichen. Wenn es keinen Weg nach draußen gibt, findet es die kälteste Oberfläche und lässt sich dort nieder.
Was können Sie ab heute tun? Kurz und intensiv lüften, besonders nach dem Kochen und Duschen. Wäsche nicht im Schlafzimmer trocknen — und wenn es nicht anders geht, dann bei geöffnetem Fenster. Schränke einige Zentimeter von kalten Außenwänden abrücken, damit die Luft zirkulieren kann. Und von Zeit zu Zeit dorthin schauen, wo sonst niemand hinsieht: hinter das Kopfteil des Bettes, unter die Fensterbank, in die Ecke am Boden.
Frage für heute: Wann haben Sie zuletzt einen großen Schrank von der Wand abgerückt — und was war dahinter?
Nächsten Donnerstag: der Geruch des „Neuen“ — und warum auch Möbel ihren eigenen Atem haben.
*Quelle: WHO Guidelines for Indoor Air Quality: Dampness and Mould (Weltgesundheitsorganisation, Regionalbüro für Europa, 2009) und WHO Housing and Health Guidelines (2018).
*Illustration: KI-Visualisierung.
Was auf uns wirkt
Räume wirken auf uns, auch wenn wir es nicht bewusst wahrnehmen. In dieser Reihe betrachten wir, wie Licht, Luft, Lärm, Temperatur, Feuchtigkeit, Materialien und der Kontakt zur Natur unser Wohlbefinden und unseren Alltag beeinflussen — gestützt auf Forschung und überprüfbare Quellen.
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