Kennen Sie diesen Geruch neuer Möbel? Jahrelang sagte ich dazu: „Es riecht neu“ — und das klang wie ein Vorteil. Heute weiß ich, dass das, wonach „neu“ riecht, meist flüchtige organische Verbindungen sind, die aus Klebstoffen, Lacken und Platten freigesetzt werden. Auch ein Möbelstück hat seinen eigenen Ausstoß — und in den ersten Wochen, manchmal Monaten, gibt es ihn an unseren Raum ab.

Ich hatte dieses Thema angekündigt — und es schließt den Faden zur Luft ab, mit dem diese Serie begann.

In der COGfx-Studie, über die ich im Beitrag zur Luft geschrieben habe, untersuchten Forschende aus Harvard nicht nur Lüftung und Kohlendioxid, sondern auch die Konzentration flüchtiger organischer Verbindungen. Unter Bedingungen mit niedrigeren VOC-Werten waren die Ergebnisse der kognitiven Tests deutlich höher. Das heißt: Woraus unsere Möbel bestehen und womit unsere Wände behandelt sind, bestimmt die Luft mit — und die Luft unser Denken.

Was lässt sich praktisch tun? Konkret nachfragen, denn schon die Frage verändert den Markt. Bei Holzwerkstoffplatten fragen wir nach der Formaldehyd-Emissionsklasse — E1 ist das Minimum, E05 deutlich besser. Bei fertigen Möbeln und Oberflächen suchen wir nach Kennzeichnungen wie Blauer Engel oder GREENGUARD Gold; entweder kennt der Händler sie oder nicht — auch das ist eine Information. Neue Möbel möglichst auspacken und einige Tage in einem gut gelüfteten Raum „ausatmen“ lassen, bevor sie ins Schlafzimmer kommen. Wo möglich, geölte, gewachste und natürliche Oberflächen wählen. Und bedenken: Massivholz, Wolle, Kork oder Leinen emittieren unvergleichlich weniger als Platten und Schaumstoffe — die alte Regel lautet: „Je einfacher die Zusammensetzung, desto ruhiger der Ausstoß“.

Die heutige Frage: Prüfen Sie manchmal, woraus das Möbelstück wirklich besteht, das Sie ins Schlafzimmer stellen — in den Raum, in dem Sie ein Drittel Ihres Lebens verbringen?

Nächsten Donnerstag folgt das Finale der Serie: Warum der Blick ins Grüne vor dem Fenster keine Dekoration ist, sondern eines der am besten belegten Ergebnisse auf diesem Gebiet.

*Quellen: Allen et al., „Associations of Cognitive Function Scores with Carbon Dioxide, Ventilation, and Volatile Organic Compound Exposures in Office Workers“, Environmental Health Perspectives, 2016 (COGfx-Studie, Bedingungen Green und Green+); Harvard Healthy Buildings Program — „9 Foundations of a Healthy Building“. *Illustration: KI-Visualisierung.

Was auf uns wirkt

Räume wirken auf uns, auch wenn wir es nicht bewusst wahrnehmen. In dieser Reihe betrachten wir, wie Licht, Luft, Lärm, Temperatur, Feuchtigkeit, Materialien und der Kontakt zur Natur unser Wohlbefinden und unseren Alltag beeinflussen — gestützt auf Forschung und überprüfbare Quellen.

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