Das Schwierigste an meinem Handwerk ist nicht das, was man an der fertigen Leuchte sieht. Am schwierigsten ist der Moment zwischen Ofen und Form: ein Dutzend Sekunden, in denen die Acrylglasplatte (PMMA) weich wie schwerer Stoff ist und sich mit ihr nur so viel machen lässt, wie die Zeit erlaubt.

Das erwärmte Material wartet nicht. Es kühlt von den Rändern her ab, wird in den Händen steif, und jede Sekunde des Zögerns schreibt sich für immer darin ein. Bevor ich die Platte anhebe, muss ich deshalb die ganze Bewegung im Kopf haben: wie ich sie auflege, wo ich sie fallen lasse, welche Falte ich stütze und welche ich der Schwerkraft überlasse. Danach bleibt nur noch die Ausführung. Ein wenig wie eine Geste in der Kalligrafie, die man eine Stunde lang vorbereiten kann, aber nur ein einziges Mal setzt.

Genau deshalb werden keine zwei Schirme identisch. Nicht, weil ich die Bewegung nicht wiederholen könnte. Das Material antwortet jedes Mal ein wenig anders: Temperatur, Plattenstärke, Luftfeuchtigkeit, der Bruchteil einer Sekunde Unterschied. Die Form ist die Aufzeichnung eines ganz bestimmten Augenblicks, und der nächste Augenblick ergibt bereits eine andere Aufzeichnung.

Lange habe ich mich gefragt, ob das ein Fehler des Prozesses ist, den ich beseitigen sollte. Heute weiß ich, dass genau darin sein Inhalt liegt. Die Industrie kann tausend identische Schirme herstellen — und das ist gut so, dafür ist sie da. Eine Hand kann einen machen. Jedes Mal einen.

Dieser Moment ist auf den Fotografien nicht zu sehen, weil er zu kurz dauert. Zu sehen ist, was danach bleibt: zwei Schirme aus der Serie FLOW, die aus denselben Händen hervorgegangen sind und sich in einer Falte unterscheiden.

Und Sie — haben Sie zu Hause einen Gegenstand, von dem Sie wissen, dass es keinen zweiten gleichen gibt?

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